Adharas Universum Band 2- Die Gefahr der Macht
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Adharas Universum Band 2- Die Gefahr der Macht

  • Adharas Universum Band 2- Die Gefahr der Macht
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  • Die Gefahr der Macht

    Leseprobe


    Der Prolog

    „Atair bitte küsse mich, ich will sicher sein, dass ich nicht träume.
    Es ist so schön hier, viel zu schön, um wahr zu sein. Bitte, nimm mich auch ganz fest in deine starken Arme.“
    Liebend gern folgte Atair dieser Bitte. Auch er wollte herausfinden ob er in der Realität verweilte.
    Demonstrativ und verschmitzt lächelnd, drehte sich Solie zur Seite,
    als Atair seine Adhara an sich drückte und innig küsste.
    „Sagt mir, wenn ihr fertig seid“, grinste Solie. Liebevoll umarmte Adhara mit ihrer freien Hand
    das Mädchen und drückte es an sich.

    Einige Minuten standen die drei nun engumschlungen in dem großen und wunderschönen Palastpark von Baidua.
    Glücklich sah Adhara in das Gesicht von Atair. „Haben wir es wirklich geschafft?“, fragte sie mit leuchteten Augen.
    „Sind wir jetzt tatsächlich frei?“ Adhara sah sich um. Sie waren
    umringt von Dienstboten, welche sich dezent weggedreht hatten,
    als sich das Paar küsste. „Ja“, gab sich Adhara selbst die Antwort,
    da Atair und Solie den Moment schweigend genossen.

    Der strahlend blaue Himmel und der laue Wind, der mit den Blättern der vielen Bäume spielte, wirkte wie ein Traum.
    Der Park hatte auf-wendig angelegte Wege, die mindestens eine Kutschenbreite hatten.
    Große Kastanien und ähnliche Bäume spendeten Schatten.
    Kunstvoll geschnittene Sträucher und kleinere Bäume standen dazwischen.
    Skulpturen in allen Größen waren zu bewundern.
    Kleine Wasserwege durchzogen den ganzen Park und luden zu einer
    gemütlichen Boots-fahrt ein. Spontan fasste Adhara Solie an den
    Händen und tanzte mit ihr auf dem breiten Weg im Sonnenschein.
    „Solie, mein Kind“, rief sie dabei froh, „lass diesen Traum auf dich
    wirken und hoffen wir, dass er nie zu Ende geht.“

    Langsam schlenderten die drei weiter und wurden vom Personal begleitet. Die Dienstboten waren von der
    Herrschaft beauftragt worden, für das Wohl der kleinen Familie zu sorgen und darauf zu achten,
    dass sie sich in dem Areal nicht verirrten.
    Schwäne und Enten kamen herangeschwommen, als sich die drei dem
    Ufer näherten. Die Tiere wussten, dass es für sie immer Futter gab.
    Eine Dienstbotin zog aus ihrer Tasche einen kleinen Beutel hervor und
    entnahm ihm einige Brotstücke. Diese warf sie zu den Enten und Schwänen
    ins Wasser und gab den Beutel an Solie weiter. Mit Hingabe fütterte das
    Mädchen nun die Tiere und beobachtete dabei, wie sie sich um die Krumen
    stritten. Solie blieb fasziniert am Ufer stehen und eine Dienstbotin
    blieb bei ihr, während die anderen weiterschlenderten.

    Adhara hakte sich glücklich bei Atair ein und versicherte ihm: „In meinem
    bisherigen Leben habe ich noch nie etwas Schöneres gesehen.
    Hier ist es so herrlich.“
    Solie war inzwischen den beiden nachgelaufen und rief: „Mama, Papa,
    hier gefällt es mir und ich möchte für immer hierbleiben!
    Da will ich bleiben!“ Adhara nahm ihre Tochter in Empfang und fragte
    sie grinsend: „Was meinst du, sollen wir am Nachmittag Venice besuchen?
    Sie hat zu unserem Glück so viel beigetragen.“
    „JA“, war Solies begeisterte Antwort, „mir fehlt Susanna.
    Ich möchte ihr so viel erzählen.“

    Von weitem sah man, dass jemand vom Gesinde heraneilte, sich verbeugte
    und feierlich mitteilte: „Werte Gäste, der Mittagstisch
    wäre für Euch gedeckt. Die Herrschaft lässt sich entschuldigen
    und bittet Euch, das Mahl allein einzunehmen. Bitte, wenn Ihr mir
    folgen wollt, so geleite ich Euch zu Tisch.“ Wenig später betraten
    sie einen kleinen liebevoll eingerichteten Raum. Auf blumigen Stofftapeten
    hingen aufwendig genähte Gobelinbilder, welche den Frühling darstellten.
    Durch die geöffneten Fenster drang der frische Wiesenduft herein,
    welcher sich mit dem Duft der Speisen vereinte.
    Während die drei von den ausreichend vorhandenen Speisen naschten,
    unterhielten sie sich über die schönen Eindrücke, welche sie im Park
    erleben durften. Als der ohnehin nicht sehr große Hunger gestillt war,
    wollten sie Venice aufsuchen. Diese bewohnte derzeit mit ihrer Tochter
    Susanna in einem anderen Trakt des Palastes ein großes Zimmer.
    An ihrem neuen Haus, welches ihr als Belohnung von der Herrschaft
    versprochen wurde, wurde noch gebaut.

    Bevor die drei jedoch satt und zufrieden den Raum verlassen konnten,
    betrat ein Diener der Herrschaft diesen. Er verbeugte sich huldvoll und
    sagte: „Ich bin beauftragt, Frau Adhara von Yvain und ihre
    Tochter Solfina zur Herrschaft zu geleiten.“ Verwundert wechselten
    Adhara und Atair einen Blick, bevor Adhara mit Solie an der Hand dem
    Boten folgte. Obwohl es Atair sehr seltsam vorkam, dass er nicht dabei
    sein durfte, dachte er nicht weiter darüber nach.
    Während die beiden Frauen hinter dem Boten herliefen, schlenderte Atair
    mit einigen Bediensteten durch die Gänge des Schlosses.
    Er betrachtete die schmucken Gemälde, welche zahlreich an den
    Wänden hingen. Er entdeckte dabei die Portraits der bereits
    verstorbenen Herrschaft und der zurzeit regierenden.
    Neugierig las er von jedem einzelnen den darunter vermerkten
    Namen halblaut vor. Als er „Katharina von Baidua“
    gelesen hatte, trat erschrocken ein Bediensteter an ihn heran
    und raunte ihm leise zu: „Psst, werter Atair von Schedar, diesen Namen
    darf man nicht laut aussprechen. Nur Herrscherin oder Herrin sind erlaubt.“


    ~ * ~

    Zur gleichen Zeit eilten Adhara und Solie hinter dem Boten her, welcher sie
    in einen Trakt des Schlosses führte, den sie noch nicht kannten.
    Vor einer prunkvoll verzierten Tür, vor der zwei Wachen standen,
    hielten sie an und der Bote deutete ihnen, zu warten. Unbemerkt
    konzentrierte sich Adhara auf die Personen in dem Zimmer. Sie spürte ganz
    deutlich Baiduas Aura und die von einigen Dienstboten.
    Da sie aber wusste, dass sie die Aura der Herrscherin nicht fühlen konnte,
    da diese ebenfalls von Gianmurun abstammte
    (Band 1-Das Frühstück mit der Herrscherin),
    nahm sie an, dass sie anwesend war. Nachdem der Bote geklopft hatte,
    betrat er den Raum. „Euer Hoheit, Frau Adhara von Yvain und ihre Tochter
    Solfina von Yvain!“, kündigte er die beiden laut an und winkte sie heran.
    Nun wurde Adhara ein wenig unruhig, denn der Bote benutzte die Anrede
    nur für einen Teil der Herrschaft. Zaghaft betrat sie nun mit Solie den
    großen Raum und blickte in das strahlende Gesicht von Baidua.
    „Adhara, die schönste aller Frauen und Solfina die bezaubernde Schönheit“,
    begrüßte er die beiden mit überschwänglicher Freundlichkeit, „Ihr seid
    ohne Zweifel eine Bereicherung für ganz Baidua. Darf ich Euch
    etwas anbieten?“ Er deutete dabei auf ein kleines Wägelchen, welches
    mit allerlei verschiedenen Flaschen vollbeladen war. Adhara wusste genau,
    was der Herrscher mit seinen Komplimenten vorhatte, dazu brauchte sie
    auch ihre besondere Gabe nicht. Der Herrscher überhäufte die beiden mit
    Lobeshymnen in jeder Tonart und je länger diese anhielten,
    desto unruhiger wurde Adhara. Nur Solie schien die Schmeicheleien zu
    genießen, sie himmelte Baidua regelrecht an und dachte verträumt:
    „Wäre das schön, die neue Herrin zu sein.“ Wie sollte sie das auch
    erkennen, wo sie gerade mit ihren ersten Hormonen zu kämpfen hatte.
    Aber sie war erst vierzehn Jahre alt und noch ein junges
    unerfahrenes Kind – viel zu jung für Baiduas Vorhaben.

    Nachdem Adhara von den zahlreichen Fruchtsäften gekostet und sich dabei
    viel Zeit genommen hatte, sprach nun der Herrscher freundlich
    und bestimmt: „Ihr beiden Hübschen werdet mich jetzt
    in mein Schlafgemach begleiten.
    “ Adhara machte gute Miene zum bösen Spiel.
    Sie verbeugte sich tief vor dem Herrscher und sagte:
    „Es ist uns eine große Ehre, die Auserwählten zu sein, doch mein Herrscher,
    ich gehöre schon einem anderen Mann. Zusätzlich mache ich mir Sorgen um
    das Leben meiner Tochter. Sie ist noch sehr jung und unerfahren
    in solchen Dingen. Wenn sie Euch nun enttäuscht, dann...“
    „Aber nein, wo denkt Ihr denn hin“, antworte Baidua lüstern, „das sind doch
    nur Gerüchte.“ Er zog die beiden bereits mit seinen Blicken aus,
    bevor er beiläufig erwähnte: „Ich könnte Euch von Eurer Bindung
    leicht befreien, dann hättet Ihr keinerlei Verpflichtung mehr.“
    Adhara durchzuckte der nächste Schock und es lief ihr kalt den Rücken
    hinunter. „Das wird nicht nötig sein, Euer Hoheit“, beeilte sie sich
    zu sagen, „wenn Ihr es wünscht, so bin ich Eure Maid.“ Baidua nickte
    wohlwollend, denn er hatte keine andere Antwort erwartet. Solie hat diese
    kleine Erpressung nicht wahrgenommen, welche beinahe ihren Wahlvater
    das Leben gekostet hätte. „Solfina, meine zuckersüße Maid“, wandte
    sich Baidua an Solie, „heute ist es an der Zeit, dir etwas Neues
    beizubringen. Du wirst dich immer an deinen Herrscher von
    Baidua erinnern, denn er macht dich zur Prinzessin.“

    Verzweiflung machte sich in Adhara breit, denn sie wusste nur zu gut,
    was seine Worte bedeuteten. „Heuchler“, dachte sie, „das kann er auch
    nur der jungen Solie einreden. Er ist so hinterlistig und berechnend.
    Ich bin seinem Plan, mit mir ins Bett zu gehen, schon einmal
    entwischt (Band 1 Das Frühstück mit der Herrscherin).
    Jetzt versucht er es mit uns beiden und ich kann ihm nicht entkommen,
    weil er genau weiß, dass ich Solie niemals allein lasse.
    Ich will auf keinen Fall mit ihm ins Bett und der Gedanke,
    dass er mit Solie...“ Das konnte und wollte sie sich nicht vorstellen.
    Adharas Gedanken kreisten und kamen zu keiner Lösung.
    „Wie kann ich es nur hinaus-zögern, ohne dass ich Baidua erzürne?
    Oh, Himmel, hilf mir! Was kann ich nur tun?“
    Baidua riss ungeduldig die prunkvollen Doppelflügeltüren auf,
    so dass die beiden Wachen sofort strammstanden und mit ihren Lanzen
    einmal kurz auf den Boden schlugen. Während des Herrschers Kopf mit
    Testosteron gefüllt und auch Solie die Aufregung anzusehen war,
    durchzuckte Adhara erneut ein furchtbarer Gedanke.
    „Wir müssen über den Gang gehen! Was ist, wenn wir von der Herrscherin
    gesehen oder gar im Bett erwischt werden... dann bin ich tot!“ Sie huschten
    über den Gang und Adhara blickte sich verstohlen um.
    „Wenn es Atair erfahren sollte, will er mich sicher nicht mehr haben.
    Ich hoffe, er kommt nicht dahinter, denn ohne ihn und seine Liebe kann
    und will ich nicht leben. Warum fällt mir nicht ein, wie ich mit Solie aus
    dieser kniffligen Lage entkommen könnte?“
    „Kommt, kommt, Ihr Lieben“, trieb Baidua die beiden zur Eile an,
    „wir sind gleich am Ziel.“ Der Herrscher konnte es kaum erwarten,
    dass sich die beiden entblätterten. „Ich weiß nicht, vor wem ich mich
    mehr fürchte, vor dem Erreichen des Schlafgemachs oder dass uns
    die Herrin sieht. Wenn es schon geschehen muss, dann geht es
    hoffentlich schnell vorbei.“ Adhara betrachtete Solie, welche mit
    Hingabe hinter Baidua herlief. „Ihr Gesicht wird immer röter, sie ist
    erregt“, dachte sie. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie weiß,
    was auf sie zukommt. Dass ihr erstes Mal ausgerechnet mit dem
    lüsternen Herrscher geschehen soll, das schmerzt mich am meisten.“


    ~ * ~

    Atair hatte mittlerweile seine Besichtigung beendet und blickte
    neugierig jeden Gang entlang, den er passierte. Ein mulmiges Gefühl
    überkam ihn. „Seltsam“, dachte er, als er seine beiden Mädels
    nirgends sehen konnte, „was haben die denn solange zu besprechen?“


    ~ * ~

    Baidua kam seinem Ziel immer näher. Mit Schwung öffnete er die Tür
    zu seinem Schlafgemach und trat zur Seite. „Bitte, meine schönsten
    aller Frauen, tretet ein in mein bescheidenes Gemach“,
    winkte er Adhara und Solie hinein und stolzierte hinterher.
    Die beiden Wächter, welche ihnen gefolgt waren, blieben vor der Tür
    stehen und Baidua verschloss diese schnell.
    „Bescheiden hat er gesagt“, dachte sich Adhara und schüttelte den Kopf,
    „noch nie habe ich solch einen Raum gesehen.“
    Sie beobachtete, wie Solie fasziniert die prunkvoll gestalteten
    Decken-fresken betrachtete. Mit dem vergoldeten Stuck,
    welcher feine Muster aufwies, hatten sich die Künstler wahrlich
    übertroffen. Solie kam aus dem Staunen nicht heraus
    und meinte überwältigt. „Hier würde es mir auch gefallen.“
    Adhara sagte nichts darauf, sondern sah sich in dem Gemach weiter um.
    Es fiel ihr sofort auf, dass in diesem Raum nur der Herrscher schlief.
    Die schweren Vorhänge von den großen, fast raumhohen Fenstern waren
    mit einer dicken Kordel zur Seite gebunden. Mit Freude erblickte sie in
    dem taghellen Raum einige Diener, die anwesend waren. „Ah, die haben uns
    jetzt gesehen“, frohlockte sie in Gedanken sofort, „vielleicht lässt Baidua
    jetzt seinen Plan fallen.“
    Doch Baidua flüsterte einem Diener etwas zu, klatschte danach in die
    Hände und die Bediensteten verließen das Zimmer. Adharas Enttäuschung
    war unbeschreiblich. Sie bedachte Baidua, welcher mit dem Rücken zu ihnen
    bei einem zierlichen Beistelltischchen aus dunklem Holz stand, mit ein paar
    bitterbösen Blicken. „Kommt her, Ihr lieblichen Geschöpfe“,
    forderte er die beiden auf. Solie war verzückt und begeistert, als sie in
    den kunstvoll geschliffenen Glasschalen Süßigkeiten in allen Variationen
    zu sehen bekam. Die Sonnenstrahlen, welche sich in den Schalen brachen,
    zauberten bunte Muster in die unmittelbare Umgebung. Auf einem weiteren
    Tischchen waren Getränke hergerichtet, welche aber nicht nur aus
    harmlosen Säften bestanden. „Aber, aber, meine hübsche Solfina,
    du brauchst nicht so schüchtern zu sein“, säuselte der Herrscher,
    als sich Solie etwas zierte.
    Er umfasste das zierliche Mädchen von hinten an den Hüften und presste
    sich an seinen Rücken. „Ihr beide könnt Euch nehmen, so viel ihr wollt.“
    Nur kurz zuckte Solie zusammen, so dass Baidua zuckersüß meinte:
    „Du brauchst dich doch vor deinem Herrscher nicht zu fürchten,
    ich tu dir nichts.“ „Ha ha“, dachte sich Adhara wütend, „ich könnte
    ihn erwürgen! Das macht er absichtlich, da er genau weiß, dass ich nichts
    dagegen tun kann. Solie zerfließt ja förmlich in seinen Armen.
    Ich könnte vor Wut zerspringen, aber das hilft Solie gar nicht.“
    Jedem der im Zimmer Anwesenden wurde aus einem anderem Grund heiß.
    In Adhara kochte der Zorn, während Solie von dem festen Körperkontakt
    ihres Herrschers noch röter geworden war.
    „Meine Zunge ist schon ganz trocken“,
    bemerkte nun Baidua und trat auf das Getränketischchen zu. „Ein Gläschen
    zu Trinken wird uns allen drei gut tun!“ Er schenkte von seinem besten
    Wein drei Gläser voll und Adhara deutete Solie, dass sie ihn nicht
    annehmen sollte. Doch das Mädchen getraute sich nicht, abzulehnen und
    nahm einen vorsichtigen Schluck davon. Baidua trank seinen Wein in einem
    Zug aus und stellte das Glas ab. Bei ihm schien der Alkohol sofort zu
    wirken, denn sogleich nahm er den beiden Frauen die Gläser ab, stellte
    sie hastig beiseite und nahm beide überschwänglich bei den Händen.
    Er führte die zwei zu seinem Himmelbett, so dass Adharas Herz wie wild
    zu schlagen begann. Baidua schlug die Decke zurück und setzte sich
    erwartungsvoll auf den Bettrand. „Alles ist für Euch zwei bereit“,
    sprach er und belegte die beiden mit seinem lüsternen Blick.
    „Müssen wir uns jetzt ausziehen, mein Herrscher?“, fragte Solie naiv
    und Adhara spürte ihr Herz bis zum Hals klopfen. Sie sah sich der
    Tatsache gegenüber, dass sich keine Option offenbaren würde, außer
    es geschehe ein Wunder. Aber an solche glaubte Adhara nicht.
    „Natürlich, liebliche Solfina“, grinste Baidua voller Vorfreude,
    „jetzt ist es soweit. Adhara, mein Sonnenschein! Auch für Euch wird
    es Zeit, Eure Kleider abzulegen.“ „Wozu soll das gut ein?“,
    dachte sich Adhara grimmig, „er hat mich doch schon die ganze Zeit
    mit seinem Blick entblößt. Am liebsten würde ich weglaufen.
    Aber dann müsste ich Solie ihrem Schicksal überlassen und außerdem,
    wohin sollte ich denn fliehen?“ Solie hatte inzwischen zögerlich
    begonnen, die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen,
    wobei ihr Baidua amüsiert zusah. Die Schüchternheit des Mädchens
    spornte seine Lust noch mehr an. Adhara zierte sich ebenfalls,
    um Zeit zu gewinnen, dieses ließ jedoch der Herrscher
    bei ihr nicht gelten. „Bei Euch geht das doch schon ein wenig schneller,
    liebste Adhara“, forderte er sofort.


    ~ * ~

    Je länger Atair auf seine beiden Mädels wartete, desto schlimmer
    wurde sein mulmiges Gefühl. Er lief nervös die Gänge entlang und fragte
    Bedienstete, welche ihm begegneten: „Bitte, habt Ihr meine Frau und
    Tochter gesehen?“ Aber alle zuckten nur mit den Schultern und
    schüttelten verneinend ihre Köpfe. Atair hetzte nun durch weitere
    Gänge und hielt bei einem großen Fenster an, welches den Blick
    in einen Teil des Gartens freigab. Er traute seinen Augen nicht,
    als er an einem Brunnen Katharina, die Herrscherin, mit einigen
    Zofen und Dienerinnen sitzen sah. Mit bösen Ahnungen stürmte er
    im Garten auf die Herrin zu. „Werter Atair“, begrüßte diese ihn
    amüsiert, „Retter meiner Söhne, Ihr wirkt so gehetzt. Vielleicht
    solltet Ihr einen ruhigen Nachmittag mit mir am Brunnen verbringen.“
    „Euer Hoheit“, keuchte Atair nach Atem ringend, „wie gerne würde
    ich dieses Angebot annehmen, doch ich bin auf der Suche nach meiner
    Adhara und Solie. Vor einiger Zeit wurden sie zur Herrschaft gerufen
    und da dachte ich, dass auch Euer Hoheit dabei sein würde.“
    Das milde Lächeln verschwand augenblicklich von dem
    Antlitz der Herrscherin.
    „LEIBWACHE ZU MIR!“,.....


    ~ * ~

    Hier endet die Leseprobe
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